Wo blieb der Verlag? (Die Red.)

Liebe Genossinnen und Genossen,

wie ihr vielleicht mitbekommen habt, ist bei uns im letzten halben Jahr einiges passiert.

Im April diesen Jahres gab es aufgrund einer bestimmten Publikation Stress mit bestimmten politischen Kräften in diesem Land, mit denen wir uns, gelinde gesagt, „angelegt“ haben, mit denen wir uns aber aufgrund der veränderten innenpolitischen Situation seit dem 7. Oktober vorerst nicht mehr offen provokativ anlegen wollen.

Wir bereiten eine Erklärung zur Lage in Palästina vor, die in der kommenden Zeit veröffentlicht wird.



Aber jetzt wollen wir erst einmal einige offene Fragen beantworten. Das sind wir unseren treuen Leserinnen und Lesern schuldig.

🥳 Hurra! Der Fortschrittsverlag ist zurück. Und diesmal in professionell!

Wir haben uns die letzten Monate Zeit genommen, um uns zu professionalisieren. Dabei haben wir keine Kosten und Mühen gescheut, uns intensiv fortzubilden, sowohl in Fragen der marxistisch-leninistischen Theorie, als auch in der Qualität unserer inhaltlichen und formalen Arbeit. Deutlich wird, dass wir im Rahmen unseres vielschichtigen Arbeitsprozesses nicht mehr darauf fokussiert sind, möglichst schnell ein Buch nach dem anderen als Reprint herauszubringen, sondern jedes Werk zu etwas ganz Besonderem zu machen.

Ziel ist es den Leser auf sein Werk aus dem Fortschrittsverlag stolz sein lassen zu können, anstatt sich danach zu sehnen, andere (historische) Ausgaben in der Hand zu halten, die unseren Publikationen früher diesen oder jenen Vorzug gegenüber gehabt hätten.

Hinter den Kulissen haben wir intern daran gearbeitet jeden einzelnen Schritt im Arbeitsprozess zu evaluieren, notwendige Zwischenschritte einzulegen und gelernt, dass es ab- und zu besser ist eine Pause einzulegen um über die eigene Arbeit zu reflektieren, statt überstürzt zu handeln.

Wir haben viel Zeit investiert, um die Quellen unserer Fehler zu finden, sie zu überwinden und jetzt mit mehr Zuversicht nach vorne zu blicken als je zuvor.


In den letzten 6 Monaten haben wir also unsere Softwarekenntnisse umfassend erweitert und bereichert.

Wir bedanken uns bei allen Genossinnen und Genossen, welche umfassend Kritik geübt und sich kontinuierlich mit konstruktiven Vorschlägen eingebracht haben.

In diesem Zusammenhang bedanken wir uns bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die uns z.T. schon seit 2022 beistehen, ihr seid wirklich hervorragend!

Danke für die lieben Kommentare und netten Worte in all der Zeit, mit einigen von euch hatten (und haben wir auch nach wie vor) hervorragenden persönlichen Kontakt, der Erfahrungsaustausch macht immer wieder aufs neue Spaß!


Eines ist klar: Die letzten Monate der Abwesenheit waren problematisch.

Es gab viele Fragezeichen, was den Stand einiger angekündigter Arbeiten betrifft, aber wir möchten klarstellen, dass in diesem Zusammenhang nichts „vergessen“ wurde, sondern sich einige Projekte nur auf gewisse Zeit verzögert haben. Wir werden aber über alle diese Dinge einzeln informieren.

Klar ist auch, dass unsere Reaktionszeiten auf Social Media teilweise nicht wünschenswert waren. In diesem Zusammenhang arbeiten wir an unserer Social Media Arbeit. Die Social Media-Arbeit wird von nun an koordinierter und professioneller sein, wie es sich gehört. Posts erfolgen nur noch nach gegenseitiger Absprache.

Wir entschuldigen uns für die offenen Fragezeichen.


Viele von Euch haben zu Recht die mangelnde Qualität einiger Veröffentlichungen in der Vergangenheit kritisiert. Wir haben diese Kritik zur Kenntnis genommen und uns vorgenommen, die Fehler der Vergangenheit in Zukunft zu vermeiden. Solltet Ihr im Besitz fehlerhafter Exemplare sein, so meldet Euch bitte bei uns, damit wir Euch, sobald wir die entsprechenden Werke überarbeitet und neu aufgelegt haben, einen erheblichen Preisnachlass gewähren können.

Intern haben wir uns mit der Frage der Aufgabenverteilung beschäftigt, da wir in der Vergangenheit den Fall eines Burnouts eines Genossen hatten, der weitreichende Fragen der Vereinbarkeit von Privatleben und Verlagsarbeit aufgeworfen hat. Auch hier gilt es immer wieder zu bedenken, dass wir alle in einem kapitalistischen Gesellschaftssystem leben, in dem kreative und schöpferische Arbeit für die Massen eben nicht erwünscht ist.

Auch im Rahmen der Website gab es eine Reihe von Komplikationen, die zu der Verzögerung von rund 1½ Jahren bei der Erstellung geführt haben. Aber nun ist sie endlich live und wird aktiv genutzt. Schaut bitte regelmäßig vorbei, es lohnt sich!

Übereifrigkeit und Trägheit gilt es beide zu bekämpfen, möchte man die Arbeit, wie wir sie planen zu führen, erfolgreich vollführen.


Eine weitere wichtige Frage ist der Grad der organisatorischen Selbstständigkeit.

Inwieweit kann es uns gelingen, eine für alle theoretisch interessierten linken und solidarischen Kräfte unserer Gesellschaft zugängliche Plattform der Weiterbildung, des Selbststudiums und des Studiums in Zirkeln zu schaffen, ohne auf Außenstehende „abschreckend“ zu wirken, gleichzeitig aber eine konsequent bolschewistische Arbeit zu leisten, um entsprechend den Erfordernissen des Klassenkampfes Literatur für die Massen zu verbreiten? In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu betonen, dass die Frage, inwieweit wir uns an die eine oder andere Partei oder Organisation binden und inwieweit wir uns „abhängig“ machen, immer noch eine unbeantwortete Frage ist, die sich erst mit der Zeit klären wird.

In diesem Zusammenhang sind alle organisierten kommunistischen Kräfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz herzlich eingeladen, uns über kontakt@fortschrittsverlag.de zu kontaktieren.

Egal ob es um die Neuauflage eines sozialistischen Klassikers geht oder um die Bestellung größerer Mengen (ab 5 Stück).

Wir freuen uns auf eine Zusammenarbeit!


In den letzten Monaten, also etwa seit August, haben wir konsequent an dem Buch „Was die Partei vom Kommunisten fordert“ von Emel’ân Mihajlovič Âroslavskij gearbeitet. Dabei haben wir uns mit verschiedenen marxistisch-leninistischen und bürgerlichen Publikationen der jüngeren Vergangenheit auseinandergesetzt und viel Inspiration gefunden. Wir haben unseren Veröffentlichungen eine eigene Note verliehen und uns bemüht in diesem Zusammenhang das gesamte Erscheinungsbild unserer Bücher nicht nur durch die Aufarbeitung diverser vergangener Fehler, sondern auch durch eine hübschere Gestaltung zu verbessern.

Wir haben uns an APA 7 orientiert. Wir geben hier nur noch grob das Datum der Erstveröffentlichung an, sowie den eventuellen Abdruck in einem Sammelband, wenn wir uns auf einen solchen beziehen. Statt in der Fußnote wird die Quelle im Text in Klammern hinter der zitierten Stelle angegeben. Stalin schrieb die wegweisenden Worte 1928, wir zitierten aus einem Sammelband von 1954.
In einem Literaturverzeichnis am Ende des Buches finden sich alle relevanten bibliografischen Informationen.
Ein Glossar erklärt an einer Stelle alle Fachbegriffe, die im Buch verwendet werden. Wir haben uns bemüht, das Glossar so wissenschaftlich wie möglich zu halten, aber es ist klar, dass das Glossar nur als Hilfe für jene Genoss:innen gedacht ist, die sich schnell helfen wollen, ohne Begriffe googeln zu müssen. Ein auf dem wissenschaftlichen Sozialismus basierendes Nachschlagewerk wie z.B. Buhr & Klaus (1976/1985) kann das Glossar nicht ersetzen.
Der Index ist sowohl ein Personen- als auch ein Stichwortverzeichnis und ein nützliches Hilfsmittel zum schnellen Nachschlagen von Begriffen.
Die größtenteils von uns selbst geschriebenen Anmerkungen sollen den Leser:innen Kontext geben und eine ausführliche Hilfestellung bei Verständnisfragen sein. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der redaktionellen Arbeit. Es ist immer schwierig, hier einen Kompromiss zwischen Vollständigkeit und Kürze zu finden.
Schließlich erfolgt die Transliteration nun auch nach ISO 9:1995. Die Gründe dafür sollten einleuchten. Einige Genossinnen und Genossen haben uns für die Entscheidung, auf ISO 9 umzustellen, kritisiert. Wir wissen, dass die Arbeit mit der neuen Transliteration einigen anfangs ungewohnt sein wird. Aber diese Schreibweise erleichtert nicht nur die Recherche erheblich, sie ermöglicht auch einfachere Übersetzungen in andere Sprachen, sie ermöglicht eine genauere Aussprache der Begriffe, sie ist eine genauere und einheitlichere Übertragung aus dem Kyrillischen in ein einheitliches Latein. Nicht zuletzt hat sie sich im Serbokroatischen bereits durchgesetzt; auch das Russische wird mit der Zeit folgen. Wir wollen uns nicht an veraltete Standards halten.
Auf einer Doppelseite wird eine zusammenhängende Hilfe für die Transliteration nach ISO 9, die Aussprache der Buchstaben und die Transkription gegeben. Es wird ein wenig dauern, bis diese Umstellung bei allen Leser:innen gelungen ist, aber wir versichern, dass es sich lohnen wird.

Die Tabelle wird demnächst zusammen mit anderen Hilfsmitteln auf unserer Homepage unter der neuen Rubrik „Ressourcen“ zur Verfügung stehen.


Eine Einführung in Âroslavskijs Werk wird demnächst auf unserer Website in der Rubrik „Blog“ erscheinen. Wir freuen uns darauf.


Liebe Genossinnen und Genossen,

lasst uns stets im wissenschaftlich-bolschewistischen Stil nach neuen Erkenntnissen streben und dabei nie vergessen, was Stalin 1924 in seinen „Vorlesungen an der Swerdlow-Universität“ über den russischen revolutionären Schwung und die amerikanische Sachlichkeit treffend gesagt hat:

Der russische revolutionäre Schwung ist das Gegengift gegen Trägheit, Routine, Konservatismus, Denkfaulheit, sklavisches Festhalten an den Traditionen der Großväter. Der russische revolutionäre Schwung ist jene belebende Kraft, die das Denken weckt und vorwärtstreibt, das Alte zerstört, Perspektiven eröffnet. Ohne diesen Schwung ist kein Fortschritt möglich.

Stalin, 1924/1952, S.164

[…]

Die amerikanische Sachlichkeit ist wiederum das Gegengift gegen „revolutionäre“ Manilowerei und phantastische Projektemacherei. Die amerikanische Sachlichkeit ist jene unbändige Kraft, die keinerlei Schranken kennt noch anerkennt, die mit ihrer sachlichen Beharrlichkeit alle wie immer gearteten Hindernisse hinwegfegt, die jede einmal begonnene Sache unbedingt bis zu Ende durchführt, selbst wenn es eine kleine Sache ist, und ohne die eine ernste aufbauende Arbeit undenkbar ist.

Stalin, 1924/1952, S. 165f.

Stalins wegweisende Worte zeigen uns den Weg, denn die amerikanische Sachlichkeit kann in bürgerlichem Pragmatismus ausarten, kann kopflos, engstirnig, wir würden sogar sagen, „seelenlos“ enden, aber der russische revolutionäre Elan allein kann den Glauben an die Macht des Dekrets, an das „revolutionäre Pläneschmieden“ oft nicht überwinden.

Wir wollen weder das eine noch das andere. Wir wollen kein „corporate“ Projekt sein, aber wir wollen auch kein überambitioniertes Projekt leerer Versprechungen sein. Es ist treffend, dass Âroslavskijs Buch das erste Werk in unserem neuen Sortiment ist, „moving forward“ werden wir wohl genauso oft auf dieses Buch zurückgreifen müssen wie ihr, liebe Genossinnen und Genossen.

Wir hoffen, dass wir euch mit diesem „kurzen“ Statement den einen oder anderen Einblick geben konnten, es ist uns wichtig, dass unsere Leser:innen verstehen, was wir tun und warum wir es tun.

Mit solidarischen Grüßen und viel Spaß in der kommenden Lesezeit,

-Eure Redaktion 🦊🚩


Literaturverzeichnis

Buhr, M. & Klaus, G. (1976/1985). Philosophisches Wörterbuch (13. Aufl.). das europäische buch. (Original erschienen 1976)

Stalin, I.V. (1924/1952). Über die Grundlagen des Leninismus.
In Marx-Engels-Lenin-Institut beim ZK der SED (Hg.), Stalin Werke (Bd.6, S.62–166). Dietz. (Original erschienen 1924)


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